100% Universum

Die Darstellung links zeigt die heute übliche Verteilung der Bestandteile des Universums. Etwa 68 % werden der Dunklen Energie zugerechnet, etwa 27 % der Dunklen Materie und nur rund 5 % der uns bekannten Materie, Strahlung und Neutrinos.

Diese Aufteilung wird meist als Kreisdiagramm dargestellt. Die einzelnen Bereiche erscheinen dadurch voneinander getrennt. Genau diesen Eindruck möchte die Skizze rechts hinterfragen.

 

Rechts sind die verschiedenen Ebenen ineinander dargestellt. Die sichtbare Materie befindet sich wie die Dunkle Materie innerhalb der von der Dunklen Energie hervorgebrachten Raumzeit. Um alles herum liegt ein gelbes Netz, das für eine fundamentale Informationsstruktur steht.

Dieses Netz ist der eigentliche Kern der Darstellung. Es symbolisiert Information nicht als Produkt von Materie oder Bewusstsein, sondern als eine grundlegende Eigenschaft der Wirklichkeit. Das Netz existiert nicht innerhalb von Raum und Zeit, sondern bildet den Rahmen, innerhalb dessen Raum, Zeit, Energie und Materie überhaupt erst entstehen können.

Ob diese Vorstellung zutrifft, ist zunächst zweitrangig. Wichtig ist die Perspektive, die sie eröffnet. Die verschiedenen Erscheinungsformen des Universums werden nicht als voneinander getrennte Bereiche betrachtet, sondern als miteinander verbundene Ausdrucksformen einer gemeinsamen Grundlage.

 

Das Netz wurde bewusst so dargestellt. Sein Wesen liegt nicht in einzelnen Punkten, sondern in deren Verbindungen. Es verweist auf die Möglichkeit, dass Beziehungen fundamentaler sein könnten als die Dinge, die durch sie miteinander verbunden werden.

 

Die Größenverhältnisse der Skizze stellen dabei keine festen Strukturen dar, sondern eine Momentaufnahme unseres heutigen Universums. Sollte sich das Universum verändern, würden sich auch die dargestellten Verhältnisse verändern. Das Informationsnetz hingegen bleibt als übergeordnete Struktur bestehen.

 

Die Skizze erhebt nicht den Anspruch, ein fertiges physikalisches Modell zu liefern. Sie ist vielmehr ein Gedankenexperiment. Ihr Ziel besteht darin, bekannte Beobachtungen in einen anderen Zusammenhang zu stellen und die Frage zu stellen, ob Information, Beziehung und Wechselwirkung fundamentaler sein könnten als die Objekte, die wir heute als die Bausteine der Wirklichkeit betrachten.

 

Vielleicht besteht der größte Irrtum unserer Zeit nicht darin, dass wir zu wenig wissen. Vielleicht besteht er darin, dass wir unser Wissen noch immer mit einem Weltbild verbinden, das aus einer Zeit stammt, in der man die Welt als Maschine verstand.

Doch vieles spricht dafür, dass die Wirklichkeit eher einem Organismus ähnelt als einer Maschine. In einem Organismus ergibt das Ganze mehr als die Summe seiner Teile. Bedeutung entsteht durch Beziehungen, nicht durch Isolation.

 

Deshalb ist dieses Gedankenexperiment kein fertiges Weltmodell. Es ist ein Versuch, bekannte Fakten in einen größeren Zusammenhang zu stellen. Es soll nicht belehren, sondern zum Weiterdenken anregen.

Wenn ein Biologe das Verhalten von Ameisenstaaten, Bienenvölkern oder Zugvögeln untersucht, erkennt er Muster, die sich nicht aus dem Verhalten eines einzelnen Tieres erklären lassen. Vielleicht gilt etwas Ähnliches auch für das Universum. Vielleicht werden die noch offenen Fragen nicht durch immer kleinere Bausteine beantwortet, sondern durch ein besseres Verständnis der Beziehungen zwischen ihnen.

Sollte das zutreffen, dann können die Antworten nicht allein aus einem Fachgebiet kommen. Wir brauchen Physiker, Biologen, Informatiker, Philosophen, Psychologen und Menschen, die bereit sind, über die Grenzen ihrer Disziplinen hinauszudenken.

Denn eines erscheint bereits heute plausibel: Die Lösungen für die großen Herausforderungen der Menschheit werden kaum darin bestehen, einander zu bekämpfen. Sie werden dort entstehen, wo wir lernen, uns selbst als Teil eines größeren Ganzen zu verstehen.

 

 

 

Dunkle Materie und Dunkle Energie

 

Dunkle Materie und Dunkle Energie gehören zu den größten Rätseln der modernen Physik. Obwohl sie den überwiegenden Teil des Universums ausmachen sollen, wissen wir bis heute nicht, was sie eigentlich sind. Wir können ihre Wirkungen beobachten, ihre Anwesenheit berechnen und ihre Einflüsse messen. Doch ihr eigentlicher Charakter bleibt verborgen.

Für mich erinnert das an einen Computer mit ausgeschaltetem Monitor. Der Rechner arbeitet, verarbeitet Informationen und beeinflusst seine Umgebung. Nur sehen wir nicht direkt, was auf ihm geschieht. Wir erkennen seine Existenz lediglich an den Spuren seiner Aktivität.

 

Vielleicht verhält es sich mit Dunkler Materie und Dunkler Energie ähnlich. Sie könnten Teile einer Realität sein, die zwar ständig auf unsere Welt einwirkt, sich unserer direkten Wahrnehmung jedoch weitgehend entzieht.

Interessant ist dabei, dass die sichtbare Materie offenbar eher die Ausnahme als die Regel darstellt. Nur ein kleiner Teil des Universums besteht aus jener Materie, die Licht aussendet, absorbiert oder reflektiert und dadurch für uns sichtbar wird.

Nach heutigem Verständnis spielt dabei das Higgsfeld eine entscheidende Rolle. Es verleiht den Elementarteilchen ihre Masse und macht die Bildung stabiler materieller Strukturen überhaupt erst möglich.

In meinem Gedankenmodell stellt sich deshalb eine einfache Frage: Was wäre, wenn sichtbare Materie lediglich eine besondere Erscheinungsform einer viel allgemeineren Realität ist? Was wäre, wenn die Dunkle Materie nicht weniger real, sondern in gewisser Weise ursprünglicher wäre als die Materie, die wir beobachten können?

Ich behaupte nicht, dass dies so ist. Ich halte es jedoch für eine interessante Möglichkeit. Vielleicht betrachten wir die sichtbare Materie als Normalfall, weil wir selbst aus ihr bestehen. Aus kosmischer Perspektive könnte sie jedoch eine seltene Ausnahme innerhalb eines weit größeren Ganzen sein. Ich werde plausible Zusammenhänge darstellen - lesen Sie einfach weiter.

 

Dunkle Materie und Dunkle Energie wären dann nicht bloß fehlende Puzzleteile eines bekannten Bildes. Sie könnten Hinweise darauf sein, dass das Bild selbst noch unvollständig ist oder aus einer anderen Sichtweise außerordentlich sinnvoll erscheint.

 

 

 

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