STEP-ONE ist die Schnittstelle zwischen dem unpolarisierten Informationszustand und der physikalischen Realität. Der Übergang von einer nicht-räumlichen Informationsstruktur zu einem Zustand, in dem Unterschiede physisch dargestellt werden können.
Projekt M nimmt an, dass die erste physikalische Polarität aus einer fundamentalen Informationsdifferenz hervorgeht.
Das Universum ist kein Ereignis, sondern ein Zyklus.
Ein Gedankenexperiment über Information, Polarität, Raum, Zeit und Bewusstsein
Wir betrachten das Universum normalerweise von innen.
Wir sehen Materie, Energie, Raum und Zeit. Wir beobachten Galaxien, Sterne, Atome und Elementarteilchen und versuchen, aus diesen Erscheinungen zu verstehen, wie das Universum entstanden ist.
Projekt M dreht diese Betrachtungsweise um.
Die Ausgangsfrage lautet nicht:
„Wie ist aus Materie das Universum entstanden?“
Sondern:
„Was wäre, wenn Materie überhaupt nicht der Anfang wäre?“
Was wäre, wenn dem gesamten physikalischen Universum etwas Grundlegenderes vorausgeht – etwas, das weder Raum noch Zeit benötigt?
Projekt M bezeichnet dieses hypothetische Fundament als Information.
Nicht Information im Sinne gespeicherter Daten auf einem Computer. Gemeint ist eine grundlegende Informationsstruktur, die überhaupt erst festlegt, welche Zustände möglich sind.
1. Am Anfang steht nicht Materie, sondern Information
Stellen wir uns einen Zustand vor, in dem noch keine physikalische Welt existiert.
Keine Sterne.
Keine Atome.
Kein Raum.
Keine Zeit.
Keine Energie im uns bekannten physikalischen Sinn.
Es gibt zunächst nur eine vollständige Informationsstruktur.
Sie ist unpolar.
Das bedeutet nicht „leer“.
Im Gegenteil: Sie enthält möglicherweise alles – aber ohne physikalische Differenz, ohne Trennung und ohne gerichtete Entwicklung.
Information ist in diesem Zustand gewissermaßen Ruhe selbst.
Solange alles vollständig kohärent ist, gibt es keinen Grund für eine physikalische Veränderung.
Denn Veränderung setzt einen Unterschied voraus.
2. Damit überhaupt etwas geschehen kann, muss eine Asymmetrie entstehen
Der entscheidende Schritt zu unserer Realität ist bei Projekt M deshalb die Asymmetrie.
Eine vollkommen symmetrische Informationsstruktur kann keinen bevorzugten Zustand hervorbringen.
Erst wenn etwas nicht mehr exakt seinem Gegenstück entspricht, entsteht eine Differenz.
Eine neue Information ist deshalb immer auch eine Art Störung der bisherigen Symmetrie.
Das kann man sich sogar an einem ganz alltäglichen Beispiel vorstellen:
Ich habe einen Zustand.
Dann treffe ich eine Entscheidung.
Mit dieser Entscheidung ist die Informationsstruktur anschließend nicht mehr dieselbe wie vorher.
Es gibt jetzt einen Unterschied zwischen:
„So war es“
und
„So soll es von jetzt an sein.“
Die Entscheidung erzeugt damit eine Asymmetrie.
Und genau diese Eigenschaft ist für Projekt M fundamental:
Asymmetrie ermöglicht Entwicklung.
Ohne Asymmetrie gäbe es keinen Anlass für das System, sich neu zu organisieren.
3. STEP-ONE – die erste Polarität
Die entscheidende Frage lautet nun:
Was geschieht mit einer solchen Asymmetrie?
Projekt M nimmt an, dass eine ausreichend stabile Asymmetrie zu einer Polarität werden kann.
Dabei muss „Polarität“ zunächst nicht bedeuten, dass bereits ein physikalisches Plus und Minus existiert.
Es genügt zunächst eine fundamentale Unterscheidbarkeit:
A ist nicht B.
Aus einer vollkommen unpolarisierten Informationsstruktur entsteht erstmals eine relationale Differenz.
Diese erste stabile Polarität wäre in Projekt M:
STEP-ONE
Der Moment, in dem Information erstmals zu einer physikalisch fortbestehenden Differenz wird.
Damit beginnt etwas völlig Neues.
Denn sobald zwei Zustände unterscheidbar sind, gibt es auch eine Relation zwischen ihnen.
Und damit stellt sich eine überraschende Möglichkeit:
Raum und Zeit entstehen nicht innerhalb des Universums, sondern gemeinsam mit der ersten physikalisch wirksamen Relation überhaupt.
4. Raum und Zeit könnten aus Relation entstehen
Wir denken bei Raum normalerweise an eine bereits vorhandene Bühne, auf der sich Dinge befinden.
Projekt M stellt diese Reihenfolge infrage.
Wenn A und B unterschiedlich sind, gibt es zunächst eine relationale Distanz:
Nicht unbedingt schon einen Meter oder Kilometer.
Aber:
A ist nicht B.
Diese Unterscheidbarkeit könnte der tiefere Ursprung dessen sein, was später als räumliche Distanz erscheint.
Gleichzeitig kann sich eine Relation verändern.
Wenn der Zustand von A und B nicht konstant bleibt, entsteht eine Abfolge von Zuständen.
Das könnte der tiefere Ursprung dessen sein, was wir als Zeit erfahren.
Damit wäre Zeit nicht einfach eine vorhandene Uhr im Hintergrund.
Zeit wäre vielmehr die Ordnung, in der sich ein physikalisch gewordener Informationszustand verändert.
Kurz:
Raum könnte die Relation zwischen unterscheidbaren Zuständen sein. Zeit könnte die Veränderung dieser Relation sein.
Raum und Zeit wären dann keine voneinander völlig unabhängigen Grundbausteine.
Sie wären zwei Seiten desselben Vorgangs:
Eine Differenz wird physikalisch wirksam und beginnt sich zu verändern.
5. Polarität erzeugt Spannung – und damit physikalische Dynamik
Eine Polarität ist nicht einfach nur ein Unterschied.
Eine stabile Polarität kann einen Zustand erzeugen, der noch nicht wieder vollständig ausgeglichen ist.
Man kann sich das zunächst bildlich wie eine gespannte Feder oder eine Batterie vorstellen.
Die Trennung enthält ein Potential.
In der physikalischen Welt erscheint dieses Potential als Energie und ermöglicht Veränderung.
Projekt M vermutet deshalb einen tieferen Zusammenhang:
Asymmetrie → Polarität → Spannung/Potential → Dynamik
Dabei ist wichtig:
Das bedeutet nicht, dass „Information gleich Energie“ wäre.
Vielmehr könnte eine bestimmte Informationskonfiguration eine physikalische Realisierung besitzen, die mit Energie, Potential und Dynamik verbunden ist. Außerhalb der Raumzeit existiert kein physikalisches Energiefeld im herkömmlichen Sinn, sondern eine fundamentale Potentialstruktur der Information.
Projekt M nimmt an, dass Energie nicht die fundamentale Erhaltungsgröße ist. Fundamentaler könnte ein Informationspotential sein, dessen physikalische Erscheinungsform erst innerhalb eines Renderings als Energie und Dynamik auftritt. Mit jeder weiteren Reorganisation könnte die Informationsstruktur komplexer werden – und damit möglicherweise auch das fundamentale Potential des nächsten STEP-ONE.
6. Das Universum wäre dann eine gerenderte Informationsstruktur
Hier kommt die vielleicht wichtigste Vorstellung von Projekt M ins Spiel:
Das Universum könnte eine Darstellung von Information sein.
Eine Analogie macht den Gedanken leichter verständlich.
Stellen wir uns ein Computerspiel vor.
Die Spielfigur erlebt eine dreidimensionale Welt. Sie sieht Landschaften, Gegenstände und andere Figuren. Wenn sie intelligent genug wäre, könnte sie irgendwann beginnen, die Pixel auf ihrem Bildschirm zu untersuchen.
Sie könnte die Pixel messen.
Sie könnte ihre Farben analysieren.
Sie könnte herausfinden, welche Pixel miteinander verbunden sind.
Vielleicht würde sie sogar die physikalischen Regeln der simulierten Welt mathematisch rekonstruieren.
Aber sie würde dadurch nicht zwangsläufig die Software finden, die diese Welt erzeugt.
Die sichtbare Welt wäre das Rendering.
Die Regeln und Informationen dahinter wären etwas anderes.
Projekt M überträgt diese Denkfigur auf das Universum.
Die kleinsten Teilchen sind möglicherweise nicht die kleinsten Dinge – sondern die kleinsten derzeit beobachtbaren Renderformen.
Das bedeutet nicht, dass das Universum buchstäblich ein Computerspiel sein muss.
Die Analogie soll lediglich eine Möglichkeit verdeutlichen:
Das, was wir physikalisch beobachten, könnte die Darstellung eines tieferliegenden Informationszustands sein.
7. Die Naturgesetze wären dann keine externen Regeln
Damit verändert sich auch die Vorstellung von Naturgesetzen.
Heute beschreiben wir Naturgesetze als fundamentale Regeln, nach denen sich das Universum verhält.
Projekt M fragt:
Was, wenn diese Gesetze selbst eine Ausdrucksform der zugrunde liegenden Informationsstruktur sind?
Dann wäre nicht das Informationsfeld etwas, das gelegentlich die Naturgesetze verändert.
Viel radikaler wäre:
Die Naturgesetze sind selbst gerenderte Ausdrucksformen der Kohärenz des Informationsfeldes.
Das hätte eine interessante Konsequenz.
Wenn sich die Informationsstruktur des Gesamtfeldes verändern kann, dann könnten sich möglicherweise auch die physikalischen Regeln verändern.
Das Universum würde dann nicht nur innerhalb seiner Naturgesetze evolvieren.
Auch die Naturgesetze selbst könnten Teil dieser Evolution sein.
8. Das Universum als metastabile Polarisation
Das Universum wäre in diesem Bild kein einmaliges Ereignis, das irgendwann aus dem Nichts entstanden ist.
Es wäre eine vorübergehende polarisierte Form von Information.
Oder:
Das Universum ist eine metastabile Polarisation eines ursprünglich unpolaren Informationszustands.
Das erklärt auch eine andere ungewöhnliche Vorstellung:
Das Universum muss möglicherweise gar nicht einen großen Teil des Informationsfeldes ausmachen.
Es könnte eine extrem kleine Abweichung von einer vollständig kohärenten Gesamtstruktur sein.
Wenn die Informationsstruktur jedoch holografisch oder anders nichtlokal organisiert ist, könnte eine winzige Veränderung trotzdem eine vollständige physikalische Welt als Rendering hervorbringen.
Dann wäre unser gesamtes Universum gewissermaßen:
das Echo einer winzigen Abweichung von vollkommener Informationskohärenz.
9. Der Big Bang wäre dann nicht unbedingt „der Anfang von allem“
Aus dieser Perspektive erscheint auch der Urknall anders.
Der Big Bang wäre nicht zwingend der Moment, in dem aus absolutem Nichts Materie explodiert.
Er könnte der Moment sein, in dem eine Informationspolarisation erstmals vollständig physikalisch wirksam wird.
Mit STEP-ONE beginnt das Rendering.
Die physikalische Welt erscheint.
Raum und Zeit werden relevant.
Energie und Materie können entstehen.
Das, was wir als Big Bang beschreiben, wäre dann möglicherweise der First Boot eines Universums.
Nicht:
„Alles war plötzlich da.“
Sondern:
„Eine Informationsstruktur begann erstmals als physikalische Realität zu laufen.“
Das Ende eines STEPs tritt nicht ein, weil Information oder Energie erschöpft sind, sondern wenn die relationale Struktur des Informationszustands die kohärente Abbildungsfähigkeit des bestehenden Renderings überschreitet.
10. Materie und Antimaterie als Ausdruck der Polarität
Wenn die physikalische Welt aus einer fundamentalen Polarität hervorgeht, ist es naheliegend zu fragen, ob diese Polarität später in den Eigenschaften der Materie wiederzufinden ist.
Materie und Antimaterie bieten dafür ein bemerkenswertes Bild.
Sie sind komplementäre physikalische Zustände.
Treffen sie aufeinander, verschwinden die ursprünglichen Teilchenzustände und es entstehen andere Teilchen, insbesondere Photonen.
Die etablierte Physik beschreibt dies als Annihilation.
Projekt M stellt darunter eine tiefere Interpretation:
Vielleicht wird dabei nicht Information vernichtet.
Vielleicht wird eine Polarität aufgehoben.
Die Differenz, die zuvor als Materie und Antimaterie gerendert wurde, wird wieder zusammengeführt.
Man könnte dies als
Depolarisation oder Rekombination
bezeichnen.
Die Information verschwindet dabei nicht.
Nur ihre physikalische Form verändert sich.
11. Warum dabei Energie frei wird
Das führt zu einer weiteren Frage:
Wenn eine Polarität aufgehoben wird – warum wird dabei Energie frei?
Die Antwort könnte gerade in der Polarität selbst liegen.
Eine getrennte, gespannte Konfiguration kann gegenüber einem zusammengeführten Zustand ein höheres physikalisches Potential besitzen.
Wenn die Differenz verschwindet, kann dieses Potential frei werden.
Die Energie wäre dann nicht etwas völlig Zusätzliches.
Sie wäre die physikalische Erscheinungsform eines Zustands, der zuvor in der Polarisation gebunden war.
Das wäre ein wichtiger Punkt für die weitere physikalische Ausarbeitung von Projekt M:
Wo genau ist dieses Potential fundamental gespeichert?
Vielleicht in einer bisher unbekannten physikalischen Struktur.
Vielleicht in einer tieferen Form von Kohärenz.
Vielleicht gibt es dafür überhaupt keine zusätzliche „fünfte Kraft“, sondern eine Ebene, aus der die bekannten Kräfte erst hervorgehen.
Hier liegt eine der großen offenen Fragen des Modells.
12. Kondensation bedeutet Rückkehr zur Information
Wenn Polarisation der Weg von Information in die physikalische Welt ist, muss es auch einen umgekehrten Weg geben.
Nicht Kondensation zu Materie.
Sondern:
Kondensation zurück zur Information.
Die physikalische Differenz nimmt ab.
Die Polarität verliert sich.
Die unterschiedlichen Zustände werden wieder zusammengeführt.
Raum und Zeit verlieren damit ihre fundamentale Bedeutung.
Die physikalische Welt geht nicht einfach „kaputt“.
Sie kondensiert zurück in die Informationsstruktur, aus der sie hervorgegangen ist.
Damit würde ein kosmischer Zyklus entstehen:
Unpolarität → Asymmetrie → Polarität → physikalische Welt → Differenzierung → Komplexität → Depolarisation → Kondensation → Unpolarität
Und dann könnte eine neue Asymmetrie entstehen.
13. Information bleibt
Damit erhält auch die scheinbare Vernichtung von Materie eine andere Bedeutung.
Materie kann verschwinden.
Energie kann ihre Form verändern.
Strukturen können zerfallen.
Aber die zugrunde liegende Information muss nicht verschwinden.
Das ist ein zentraler Gedanke:
Information bleibt, auch wenn ihre physikalische Darstellung wechselt.
Die Welt wäre dann kein einmaliges Gebilde, sondern ein fortlaufender Prozess von Darstellung und Rückführung.
14. Der kleine Materieüberschuss
Damit stellt sich allerdings ein reales physikalisches Problem:
Warum blieb nach der frühen Materie-Antimaterie-Phase überhaupt Materie übrig?
Die beobachtete Materie dominiert unsere heutige Welt.
Das bedeutet, dass Materie und Antimaterie im frühen Universum nicht vollkommen symmetrisch gewesen sein können.
Projekt M würde diese Tatsache nicht als störenden Sonderfall betrachten.
Im Gegenteil:
Die Asymmetrie ist möglicherweise gerade das, was eine physikalische Welt dauerhaft entstehen lässt.
Der kleine Materieüberschuss wäre dann nicht einfach ein zufälliger Rest.
Er könnte die weitergetragene Information der ursprünglichen Polarisation darstellen.
Materie ist nicht einfach der übrig gebliebene Rest eines Vernichtungsprozesses. Der Materieüberschuss könnte die Information der ursprünglichen Polarität weitertragen.
Hier berührt Projekt M eines der großen offenen Probleme der heutigen Kosmologie.
15. Dunkle Materie – vielleicht nicht „unsichtbare Materie“, sondern Infrastruktur
Auch die dunkle Materie erscheint aus dieser Perspektive in einem anderen Licht.
Wir beobachten ihre gravitative Wirkung, sehen aber keine entsprechende elektromagnetische Wechselwirkung.
Projekt M stellt deshalb eine alternative Frage:
Muss dunkle Materie überhaupt ein zweiter Stoff sein, der einfach irgendwo herumliegt?
Vielleicht ist das, was wir als dunkle Materie interpretieren, zumindest teilweise die gravitative Signatur einer tieferen Infrastruktur.
Wenn Materie aus einem Informationsprozess hervorgeht, könnte es eine Struktur geben, die diesen Prozess ermöglicht, ohne selbst als normale Materie sichtbar zu sein.
Eine Art kosmisches Netzwerk.
16. Primordiale Schwarze Löcher als mögliche Router
Hier kommt die Idee der primordialen Mikro-Schwarzen-Löcher ins Spiel.
In Projekt M könnten sie nicht lediglich Endprodukte kollabierter Sterne sein.
Sie könnten sehr viel fundamentaler sein.
Möglicherweise entstehen sie bereits in einer extrem frühen Phase – vielleicht sogar im Übergang von der Informationsstruktur zur physikalischen Welt.
Ihre Funktion wäre dann nicht nur gravitativer Natur.
Sie könnten als eine Art Router zwischen der tieferen Informationsstruktur und der gerenderten physikalischen Welt fungieren.
Das Bild wäre:
Informationsstruktur
↓
Regeln / Software
↓
STEP-ONE
↓
primordiale Schwarze Löcher
↓
Rendering
↓
Raumzeit
↓
Materie
Dabei handelt es sich ausdrücklich um eine Hypothese von Projekt M, nicht um eine etablierte Beschreibung der Kosmologie.
Aber sie verbindet zwei Dinge, die bislang getrennt betrachtet werden:
Information und physikalische Struktur.
17. Das Higgs-Feld als Übersetzungsschicht
Eine ähnliche Frage stellt sich beim Higgs-Feld.
Das Higgs-Feld ist in der etablierten Physik ein fundamentales Quantenfeld. Durch den Higgs-Mechanismus erhalten bestimmte Elementarteilchen ihre Ruhemasse.
Projekt M fragt darüber hinaus:
Könnte der Higgs-Mechanismus auf einer tieferen Ebene eine Art Übersetzungsfunktion darstellen?
Nicht im Sinne eines klassischen Schalters.
Sondern als Übergang zwischen einer abstrakten Informationsstruktur und bestimmten physikalischen Eigenschaften.
Das Higgs-Feld wäre dann vielleicht eine Art Checkventil oder Übersetzungsschicht:
Information wird nicht einfach Materie.
Sie wird in konkrete physikalische Eigenschaften übersetzt.
18. Dunkle Energie und das Rendering
Das Rendering erzeugt für jedes physische System (z.B. ein Sonnensystem) eine geeignete lokale Taktung. Zeit (Zeitinhalt und Taktung) wäre dann nicht überall dieselbe universelle Größe, sondern die lokale Erscheinungsform eines Rendering-Prozesses.
Die fundamentale Information liefert nicht das Betriebssystem. Das Rendering ist das Betriebssystem, durch das der jeweilige Informationszustand physisch ausführbar wird. Die Taktung wird nicht aus der FI übernommen. Sie ist eine Eigenschaft des Renderings, die sich aus dessen eigener Rückkopplung stabilisiert (z.B. Planetenkonstallation). Die Zeitstruktur (Taktung und Inhalt) bestimmt, welche Informationskonfiguration im Rendering physisch wirksam wird. Der Zeitpunkt des Renderings enthält bereits eine bestimmte Informationskonstellation, die beeinflusst, welche Entwicklungen bzw. Resonanzen möglich sind. Ein physikalischer Zeitpunkt ist nicht nur eine Position auf einer Skala, sondern eine Position innerhalb einer bereits strukturierten Informationsordnung. Das Rendering benötigt eine Taktung, um den jeweils darzustellenden Informationsinhalt physisch zu übertragen. Zeit ist das Übertragungs-Medium. Sie hat einen ständig wechselden Zeitinhalt. Und: Das Rendering unterliegt einer eigenen Evolution. Das ist für diese Annahmen notwenig, weil die Zusammenhänge zu komplex sind, eine plötzliche, vollständige Existens anzunehmen.
Wenn das Universum ein fortlaufender Renderingprozess ist, stellt sich eine weitere Frage:
Was kostet dieses Rendering?
Projekt M stellt deshalb auch einen Zusammenhang mit der dunklen Energie zur Diskussion.
Die beschleunigte Expansion des Universums könnte möglicherweise nicht nur eine zusätzliche kosmologische Komponente sein.
Sie könnte mit dem fortlaufenden Aufbau und der Verarbeitung der physikalischen Realität zusammenhängen.
In der Computeranalogie wäre die Expansion gewissermaßen eine Begleiterscheinung des laufenden Renderprozesses.
Die Analogie zur „Abwärme“ ist dabei bewusst provokativ.
Sie soll die Frage aufwerfen:
Ist die Expansion möglicherweise nicht nur eine Eigenschaft des Universums, sondern ein Nebenprodukt seiner fortlaufenden physikalischen Berechnung?
19. Das Universum könnte sich selbst weiterentwickeln
Wenn Information die Grundlage bildet und Asymmetrie Entwicklung ermöglicht, dann muss die Entwicklung nicht mit der Entstehung unseres Universums beendet sein.
Vielleicht entstehen ständig neue Informationsdifferenzen.
Vielleicht erreichen manche davon irgendwann eine kritische Schwelle.
Dann könnte eine neue Polarisation beginnen.
Ein neues Universum müsste deshalb nicht unbedingt erst nach dem vollständigen Ende unseres Universums entstehen.
Es könnte beginnen, sobald eine neue Informationsstruktur ausreichend stark differenziert ist.
Damit wären möglicherweise viele Universen denkbar:
Sie könnten gleichzeitig existieren.
Sie könnten unterschiedliche Entwicklungsstadien haben.
Sie könnten unterschiedliche physikalische Parameter besitzen.
Vielleicht könnten sogar ihre Naturgesetze unterschiedlich sein.
Der tiefere Gedanke wäre:
Das Universum endet nicht notwendig, damit ein neues Universum beginnt. Ein neues Universum beginnt, sobald die Informationsstruktur eine kritische Asymmetrie erreicht.
20. Kohärenz und Asymmetrie
Damit ergibt sich ein scheinbarer Widerspruch.
Einerseits braucht das System Kohärenz.
Andererseits braucht es Asymmetrie.
Projekt M löst diesen Widerspruch nicht durch die Abschaffung einer der beiden Eigenschaften.
Sondern durch ihre unterschiedlichen Funktionen:
Kohärenz erhält.
Asymmetrie entwickelt.
Kohärenz ermöglicht stabile Strukturen.
Asymmetrie ermöglicht neue Zustände.
Polarität entfaltet diese Differenz.
Zeit vermittelt ihre Entwicklung.
Kondensation führt die Differenz wieder zusammen.
Information bleibt.
Damit ergibt sich die Kurzform:
Kohärenz erhält. Asymmetrie entwickelt. Polarität entfaltet. Zeit vermittelt. Kondensation vereinigt. Information bleibt.
21. Leben ist nicht außerhalb dieses Prozesses
Wenn das Universum eine Informationsstruktur ist, steht das Leben nicht außerhalb davon.
Leben wäre eine besonders komplexe Form der Informationsverarbeitung.
Noch stärker:
Kohärenz ist nicht nur eine Eigenschaft des Lebens. Leben ist eine besonders komplexe Form von Kohärenzbildung.
Ein lebender Organismus nimmt Informationen auf.
Er verarbeitet sie.
Er reagiert.
Er verändert seine Umgebung.
Und er erzeugt neue Zustände.
Damit wird Leben zu einem aktiven Bestandteil des kosmischen Informationsprozesses.
22. Bewusstsein bringt eine neue Ebene hinein
Mit Bewusstsein wird es noch interessanter.
Ein Stein reagiert physikalisch.
Ein Lebewesen reagiert biologisch.
Ein bewusstes Wesen kann darüber hinaus einen Zustand erleben.
Es gibt nicht nur Information.
Es gibt Qualia.
Die Welt wird nicht nur verarbeitet.
Sie wird erfahren.
Das könnte bedeuten, dass Bewusstsein eine besondere Form der Rückkopplung zwischen physikalischer Welt und Informationsstruktur darstellt.
Der Mensch wäre dann nicht nur Empfänger eines fertigen Universums.
Er wäre Teil des Netzwerks, das fortlaufend neue Information erzeugt.
23. „Qualia regiert die Welt“
Wenn eine Erfahrung zu einer Entscheidung führt, und die Entscheidung zu einer Handlung, verändert diese Handlung die physikalische Welt.
Die Wirkungskette wäre:
Wahrnehmung → Bedeutung → Qualia → Entscheidung → Handlung → neue physikalische Information
Damit entsteht eine Rückkopplung:
Informationsfeld → Universum → Leben → Bewusstsein → Qualia → Handlung → Informationsfeld
Das Universum wäre dann kein Einbahnstraßenprozess.
Es würde sich selbst gewissermaßen über seine bewussten und unbewussten Bestandteile rückkoppeln.
24. Warum eine Entscheidung etwas anderes ist als ein Wunsch
Hier liegt auch der Zusammenhang mit dem Gedanken der „Bestellung“.
Ein Wunsch beschreibt einen Zustand, der noch nicht eingetreten ist.
Er enthält deshalb bereits die Information:
„Ich habe es noch nicht.“
Eine Entscheidung ist anders.
Sie setzt einen Zustand.
Sie verändert die eigene Position im Informationssystem.
Deshalb ist die Formulierung:
„Ich möchte nicht mehr schuldig fühlen“
strukturell etwas anderes als:
„Ich habe entschieden, mich nicht mehr schuldig zu fühlen.“
Die zweite Form beendet die Suche.
Sie setzt eine neue Information.
Danach beginnt die Realität – einschließlich der eigenen Handlungen – sich an diesem neuen Zustand auszurichten.
Auf der Seite "Bestellung nach Projekt M" findest du zu diesem Thema eine ausführlich beschriebene Idee von Projekt M.
25. „Bestellen“ bedeutet nicht wünschen
Eine Bestellung wäre in diesem Sinne keine magische Wunschmaschine.
Sie bedeutet:
Ich gebe dem System eine neue Information.
Danach muss das System diese Information mit dem vorhandenen Zustand in Einklang bringen.
Das System reorganisiert sich, bis Information und Realität wieder kohärent sind – einschließlich meiner eigenen Position darin.
Deshalb gehören bei Projekt M zwei Dinge zusammen:
Entscheidung und Handlung.
Ein Gedanke allein ist nicht zwangsläufig eine wirksame physikalische Intervention.
Aber eine Entscheidung, die sich in einem verkörperten Zustand und anschließend in Handlung ausdrückt, erzeugt tatsächlich neue Information im physikalischen System.
Daraus folgt:
Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.
Die Handlung ist die physische Einschreibung der Information.
26. Tun und Loslassen
Damit entsteht ein scheinbarer Gegensatz:
Man muss handeln.
Aber man kann nicht kontrollieren, wie das gesamte System darauf reagiert.
Deshalb gehören zwei Haltungen zusammen:
Tun + Loslassen.
Schöpfen + Demut.
Entscheidung + Hingabe.
Man setzt die neue Information.
Aber man schreibt nicht vor, auf welchem Weg die Welt darauf reagiert.
Ich setze die Ordnung – und überlasse der Welt, wie sie sich darin ordnet.
Das ist keine Passivität.
Es ist vielmehr die Anerkennung, dass der Einzelne niemals das gesamte Informationsfeld kontrolliert.
27. Die Welt als Resonanzraum
Damit verändert sich auch die Bedeutung von Synchronizitäten.
Wenn Bewusstsein tatsächlich Teil eines rückgekoppelten Informationssystems wäre, könnten ungewöhnliche zeitliche oder sachliche Koinzidenzen möglicherweise als Resonanzphänomene interpretiert werden.
Das bedeutet nicht, dass jede Zufälligkeit eine Botschaft sein muss.
Aber Projekt M stellt die Frage:
Könnten manche auffälligen Koinzidenzen darauf hinweisen, dass die Trennung zwischen Beobachter und beobachteter Welt weniger absolut ist, als sie erscheint?
Die bekannte Vorstellung:
„Die Welt ist stumm, bis du sie mit Bedeutung auflädst.“
bekommt dadurch eine neue Bedeutung.
Nicht:
„Du kannst die Welt nach Belieben zaubern.“
Sondern:
Die Welt wird zum Spiegel eines Informationsprozesses, an dem du selbst beteiligt bist.
28. Die Welt ist vielleicht kein Objekt, sondern ein Prozess
Damit verändert sich die klassische Position des Menschen.
Wir sind nicht allmächtige Schöpfer einer beliebigen Realität.
Aber wir sind auch nicht bloß Zuschauer einer vollständig fertigen Welt.
Wir sind Teil des Prozesses.
Das Universum erzeugt Leben.
Leben erzeugt Bewusstsein.
Bewusstsein erzeugt Bedeutung.
Bedeutung beeinflusst Entscheidungen.
Entscheidungen erzeugen Handlungen.
Handlungen verändern die Welt.
Und diese veränderte Welt erzeugt wiederum neue Information.
Das Universum könnte auf diese Weise einen Teil seiner eigenen Informationsentwicklung über seine Bewohner erfahren.
29. Der kosmische Kreislauf
Damit lässt sich Projekt M schließlich als großer Kreislauf darstellen:
UNPOLARE INFORMATION
↓
ASYMMETRIE
Eine neue Information durchbricht die Symmetrie.
↓
POLARITÄT
Die Differenz wird stabil.
↓
RELATION
Aus der Unterscheidbarkeit entstehen räumliche und zeitliche Beziehungen.
↓
ENERGIE / DYNAMIK
Die Polarität besitzt physikalisches Potential.
↓
RENDERING
Die Informationsstruktur wird als physikalische Welt dargestellt.
↓
MATERIE / ANTIMATERIE
Polarität erscheint in konkreten physikalischen Formen.
↓
KOMPLEXITÄT
Sterne, Galaxien, Chemie und Strukturen entstehen.
↓
LEBEN
Materie beginnt, Information aktiv zu verarbeiten.
↓
BEWUSSTSEIN
Information wird nicht nur verarbeitet, sondern erlebt.
↓
QUALIA / ENTSCHEIDUNG / HANDLUNG
Das Universum erzeugt neue Information über sich selbst.
↓
REORGANISATION
Das physikalische System versucht, neue Informationen mit seinem bestehenden Zustand in Einklang zu bringen.
↓
DEPOLARISATION
Polaritäten verlieren ihre Trennung.
↓
KONDENSATION
Die physikalische Darstellung geht zurück in die Informationsstruktur.
↓
UNPOLARITÄT
Kohärenz wird wiederhergestellt.
↓
NEUE ASYMMETRIE
Eine neue Differenz kann entstehen.
↓
NEUES STEP-ONE
Ein neuer Zyklus beginnt.
30. Der vielleicht radikalste Gedanke
Wenn dieses Bild stimmt, wäre das Universum weder etwas, das einfach „da ist“, noch etwas, das einmal vor langer Zeit erschaffen wurde.
Es wäre ein fortlaufender Vorgang.
Ein Vorgang, in dem Information sich polarisiert, physikalisch manifestiert, komplex wird, sich selbst erlebt und schließlich wieder in eine tiefere Informationsstruktur zurückkehrt.
Das Universum wäre dann nicht ein Fragment des Informationsfeldes.
Es wäre eine holografische Realisierung eines Informationszustands des Ganzen.
Und wir wären nicht außerhalb dieses Vorgangs.
Wir wären eine seiner momentan komplexesten Formen.
Vielleicht ist genau deshalb Bewusstsein so interessant:
Das Universum könnte über uns beginnen, sich selbst zu fragen, was es ist.
31. Was Projekt M letztlich behauptet
Projekt M behauptet nicht, dass die heutige Physik bereits bewiesen hätte, dass ein Informationsfeld existiert oder dass Schwarze Löcher als Router funktionieren.
Das Gedankenexperiment geht einen anderen Weg.
Es fragt:
Kann man sich eine konsistente Welt vorstellen, in der Information fundamentaler ist als Raum, Zeit und Materie?
Und wenn ja:
Was müsste daraus folgen?
Dann ergeben sich die großen Fragen:
Das sind keine abgeschlossenen Antworten.
Aber sie bilden einen zusammenhängenden Denkraum.
32. Der Kern von Projekt M
Vielleicht lässt sich der gesamte Gedanke am Ende auf sechs Sätze reduzieren:
Am Anfang war nicht Materie. Am Anfang war Information.
Eine Asymmetrie macht Information physikalisch wirksam.
Aus der Asymmetrie entsteht Polarität, aus der Polarität entstehen Relation, Raum, Zeit und Dynamik.
Das Universum ist die zeitliche Entfaltung dieser polarisierten Information.
Die Polarität löst sich wieder auf, die physikalische Welt kondensiert zurück in Information.
Information bleibt – und eine neue Asymmetrie kann den nächsten Zyklus beginnen.
Und vielleicht ist genau darin der eigentliche Titelgedanke enthalten:
Das Universum ist kein Ereignis, sondern ein Zyklus.
Denn wenn Information niemals wirklich verloren geht, dann ist der Tod einer Welt nicht das Ende.
Er ist die Rückkehr zu dem Zustand, aus dem die nächste Welt entstehen kann.
Und der Mensch steht dabei nicht außerhalb des Prozesses.
Er ist Teil des Netzwerks.
Er empfängt Information.
Er gibt Information zurück.
Er erlebt.
Er entscheidet.
Er handelt.
Er verändert.
Und vielleicht ist genau das die eigentliche Bedeutung von Bewusstsein:
Das Universum ist nicht nur etwas, das geschieht.
In uns beginnt es, sich selbst an seinem eigenen Geschehen zu beteiligen.
Schlussgedanke
„Die Welt ist stumm, bis du sie mit Bedeutung auflädst – nicht um die Dinge zu verändern, sondern um dich selbst im Spiegelbild ihrer Resonanz zu erkennen.“